Stadt- und Fachwerkmuseum Alte Universität
Die "Alte Universität" in der Altstadtstraße/Fleischgasse 1 ist mit einer Giebelbreite von 12 m, einer Trauflänge von 16,5 m und einer Höhe von 22,5 m das größte und höchste Fachwerkhaus in Eppingen. Wie die im Spitzbogenfenster rechts neben der Eingangstür eingemeißelte Jahreszahl beweist, wurde das eindrucksvolle Gebäude 1494/95 im Stile eines spätmittelalterlichen Kaufhauses gebaut.
Die Erdgeschosshalle diente ursprünglich als städtisches Fleischhaus, in dem die Metzger an neun Verkaufsbänken ihre Waren feilboten. Nach der Metzgerordnung des 15./16. Jahrhunderts durften die Metzger nur im Fleischhaus schlachten und verkaufen. Das erste OG besaß in der Südwestecke einen Saal, in dem öffentliche Veranstaltungen, aber auch Hochzeiten durchgeführt wurden. Während der Jahrmärkte konnten die auswärtigen Kaufleute ihre Waren anbieten. Auf den drei Speichergeschossen wurde das Getreide und in den zwei Kellern Wein gelagert; denn die Pacht für die stadteigenen Äcker und Weinberge wurde ebenso wie der Frucht- und Weinzehnte des Dorfes Mühlbach, von dem die Stadt 1/4 erhielt, als Naturalabgabe geleistet.
Während der Pest fand hier 1564/65 ein Teil der Artistenfakultät in Heidelberg Unterkunft. Die "Alte Universität" erinnert an dieses Ereignis.
1749 kaufte der Schulmeister Joh. Georg Rieger das „gemein Stadtfleischhaus“ und baute es im Stil seiner Zeit zu einem Wohnhaus um. Im Laufe der Zeit wuchs infolge Besitzzersplitterung die Zahl der Eigentümer auf 16 an, von denen die Stadt Eppingen zwischen 1965 und 1973 alle Anteile aufkaufte. Seit der Generalsanierung 1984/87 dient das Gebäude als „Stadt- und Fachwerkmuseum".
„Un ebbes Bsunders“
Das von einem Wappenhalter gehaltene Doppelwappen neben der Eingangstür zeigt links das kurpfälzische und rechts das gemmingen´sche Wappen. Es verweist darauf, dass zur Zeit der Errichtung dieses Fachwerkhauses Eppingen zur Kurpfalz gehörte, aber an die Ritter von Gemmingen verpfändet war. Dass beide Wappen gleich groß sind, stellt eine heraldische „Unerhörtheit“ dar, denn der Kurfürst der Pfalz stand als Landesherr und ranghöchster weltlicher Fürst nach dem Kaiser rangmäßig weit über den Reichsrittern von Gemmingen.
Erfahren Sie im Stadt- und Fachwerkmuseum mehr über Fachwerkbau und Landleben, Bauern und Bastler, Hopfen und Malz, Feuerwehrgeschichte und die „Eppinger Linie“. Das Fachwerkmuseum stellt die Geschichte vom frühen Holzbau zum Fachwerk dar – anschaulich verknüpft mit Einblicken in die Welt des Zimmermanns und in die Eppinger Stadtgeschichte. In der historischen Altstadt von Eppingen und auf dem Fachwerklehrpfad kann die Fachwerkkunst weiter studiert werden.
Besuchen Sie auch die virtuellen „Eppinger Museumsspaziergänge" - diese geben Einblicke in die ständigen Sammlungen und wechselnden Ausstellungen.Hier gehts zu den "Eppinger Museumsspaziergängen"
https://www.eppingen.de/freizeit/museen/
Besuchen Sie auch die Museumsdependancen: Heimat- und Tabakmuseum Elsenz, Weinbaustube Kleingartach, Steinhauermuseum Mühlbach, Bauernmuseum Richen